Nachdem der Energiehändler Enron, vormals siebtgrößter Konzern der Vereinigten Saaten, im Dezember 2001 nach dem Bekanntwerden umfassender Bilanzfälschungen Konkurs angemeldet hatte, begann die Nachfolgefirma Enron Creditors Recovery einen Feldzug für Gerechtigkeit, indem sie kurzerhand alle Geldinstitute verklagte, die Enron bei der Schönfärberei der Bücher geholfen haben sollen. Darunter auch die Deutsche Bank. Wie am Mittwoch bekannt wurde, hat man sich vor Kurzem auf einen Vergleich geeinigt. Das deutsche Geldinstitut verzichtet auf 416 Millionen Dollar, erhält aber immerhin 35 Millionen für drei “komplexe Transaktionen”. Aus Expertenkreisen heißt es, die Deutsche Bank wolle mit dem Vergleich die zu erwartenden Prozesskosten verhindern. Für Enron Creditors Recovery ist es die zehnte Einigung mit einem Geldinstitut; insgesamt elf Milliarden Dollar konnten bereits für die Gläubiger gewonnen werden. Die Deutsche Bank hat den Vergleich bislang nicht kommentiert. Wie die “Süddeutsche Zeitung” berichtet, weist das Geldinstitut in den Gerichtsunterlagen aber jede Schuld von sich. Ende gut, alles gut? … Die Finanzwelt atmet - vorerst - auf: Eines der unangenehmsten Kapitel in der Geschichte der Deutschen Bank scheint beendet.
Die Inflation fällt deutlich stärker aus als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag bekanntgab, lagen die Preise im November 2007 rund 3,1% über denen des Vorjahresmonats. Damit hat die Inflation zum ersten Mal seit 1994 wieder die 3-Prozent-Marke überschritten. Mehr als die Hälfte der Inflationsrate sei auf steigende Preise in zwei Bereichen zurückzuführen: Energie und Lebensmittel.
3,1% entsprechen einer drastischen Steigerungsrate. Die Europäische Zentralbank definiert die 2-Prozent-Marke als Grenzwert für stabile Preise. Allerdings ist die Inflation freilich nicht hausgemacht - die Rohstoffkrise hält momentan die Weltwirtschaft insgesamt in Atem. Der miserable Dollar-Kurs trägt seinen Teil zur Eskalation bei.
So haben sich die Preise für Heizöl im vergangenen Jahr um rund ein Viertel gesteigert. Die verschiedenen Fahrzeugkraftstoffe verzeichneten eine Teurungsrate von fast 20%. Gleichzeitig stiegen die Preise für Butter um fast die Hälfte (erinnert sich noch jemand an die Geschichte von den “Butterbergen” der Europäischen Union?), Milchprodukte und Eier verteuerten sich um etwa 16%.
Von einer weiter steigenden Inflationsrate ist auszugehen. Mal schauen, welche Branche als nächstes streikt.
Zumwinkels großer Coup: Das vermeintlich unmoralische Verhalten des Post-Chefs wird von den Medien infrage gestellt. Besonders der Springer-Konzern bläst zum Angriff.
Kurz nach dem Koalitionsbeschluss zum Post-Mindestlohn hat Zumwinkel Aktien im Wert von 4,7 Millionen Euro verkauft. Politiker zeigten sich, vor allem in der Bild-Zeitung, entrüstet. Der Kurs der Wertpapiere war nach Bekanntgabe des rot-schwarzen Beschlusses deutlich angestiegen. Rainer Brüderle (FDP) bezeichnete das Verhalten des Wirtschaftsbosses als “Monopoly-Spiel”, Christine Scheel (Grüne) nannte es “moralisch verwerflich”. Die offizielle Stellungnahme der Deutschen Post erklärt den Verkaufscoup zu Privatsache und versucht, die Wogen zu glätten. Zu spät?
Nicht alle Medien beteiligen sich an der Hetzjagd, die von einigen Blättern mehr oder weniger mitausgelöst worden ist. Das öffentliche Interesse an der Personalie Zumwinkel aber ist groß - insbesondere, nachdem Bundeskanzlerin Merkel sich auf dem CDU-Parteitag betont sozial gab und exorbitante Manager-Gehälter kritisierte. Die Aktien, die Zumwinkel verkauft hat (mehr als 200.000 Stück), sind Teil seines Entgelts.
Die Personalie Zumwinkel ist nur ein Detail im Stellvertreterkrieg zwischen Springer und der Deutschen Post.
Tatsächlich wird hier vom Springer-Konzern ein Ablenkungsmanöver veranstaltet. Dem Medienhaus gehört die Pin AG, eine der privaten Post-Konkurrenz-Firmen. Pin hatte - in Konsequenz auf den Koalitionsbeschluss zum Mindestlohn - angekündigt, rund 1.000 Arbeitsplätze abzubauen. Da passt es der Springer-Presse natürlich gut, wenn Zumwinkel mit seiner etwas peinlichen Aktion für Post-feindliche Schlagzeilen sorgt.
Dass sein Aktien-Portfolio letztlich nur ihn selbst etwas angeht, wird da schnell vergessen. Die Bild-Zeitung sorgt im Übrigen schon seit längerer Zeit mit Post-feindlichen Artikeln für Unmut bei ihren Lesern. Enspricht das, angesichts der Springer-Tochter Pin AG, objektiver Berichterstattung?