Finanzwetter

Tops und Flops aus der Welt der Finanzen
 


Springer und die Post

Autor: Marcus
abgelegt in: News

Zumwinkels großer Coup: Das vermeintlich unmoralische Verhalten des Post-Chefs wird von den Medien infrage gestellt. Besonders der Springer-Konzern bläst zum Angriff.

Kurz nach dem Koalitionsbeschluss zum Post-Mindestlohn hat Zumwinkel Aktien im Wert von 4,7 Millionen Euro verkauft. Politiker zeigten sich, vor allem in der Bild-Zeitung, entrüstet. Der Kurs der Wertpapiere war nach Bekanntgabe des rot-schwarzen Beschlusses deutlich angestiegen. Rainer Brüderle (FDP) bezeichnete das Verhalten des Wirtschaftsbosses als “Monopoly-Spiel”, Christine Scheel (Grüne) nannte es “moralisch verwerflich”. Die offizielle Stellungnahme der Deutschen Post erklärt den Verkaufscoup zu Privatsache und versucht, die Wogen zu glätten. Zu spät?

Nicht alle Medien beteiligen sich an der Hetzjagd, die von einigen Blättern mehr oder weniger mitausgelöst worden ist. Das öffentliche Interesse an der Personalie Zumwinkel aber ist groß - insbesondere, nachdem Bundeskanzlerin Merkel sich auf dem CDU-Parteitag betont sozial gab und exorbitante Manager-Gehälter kritisierte. Die Aktien, die Zumwinkel verkauft hat (mehr als 200.000 Stück), sind Teil seines Entgelts.

Die Personalie Zumwinkel ist nur ein Detail im Stellvertreterkrieg zwischen Springer und der Deutschen Post.

Tatsächlich wird hier vom Springer-Konzern ein Ablenkungsmanöver veranstaltet. Dem Medienhaus gehört die Pin AG, eine der privaten Post-Konkurrenz-Firmen. Pin hatte - in Konsequenz auf den Koalitionsbeschluss zum Mindestlohn - angekündigt, rund 1.000 Arbeitsplätze abzubauen. Da passt es der Springer-Presse natürlich gut, wenn Zumwinkel mit seiner etwas peinlichen Aktion für Post-feindliche Schlagzeilen sorgt.

Dass sein Aktien-Portfolio letztlich nur ihn selbst etwas angeht, wird da schnell vergessen. Die Bild-Zeitung sorgt im Übrigen schon seit längerer Zeit mit Post-feindlichen Artikeln für Unmut bei ihren Lesern. Enspricht das, angesichts der Springer-Tochter Pin AG, objektiver Berichterstattung?


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Für Einnahmen aus Kapitalvermögen - also insbesondere Zinsen, Dividenden und Gewinne aus Aktienverkäufen - die ab dem 31.12.2008 zufließen, gilt zukünftig die sogenannte Abgeltungssteuer.
In der Vergangenheit wurden von sämtlichen zu veranlagenden Einnahmen, die erteilte Freistellungsaufträge von in Summe maximal 801 Euro überstiegen, vom Schuldner beziehungsweise der Zahlstelle dreißig Prozent Kapitalertragsteuer plus anteiligem Solidaritätszuschlag einbehalten und an das Finanzamt abgeführt; dieser Betrag galt jedoch als schlichte Einkommensteuervorauszahlung, weswegen die Einnahmen in der Anlage KSO respektive KAP im Rahmen der Steuererklärung weiterhin anzugeben waren.

Ab 01.01.2009 werden von allen Einnahmen, die weder durch Nichtveranlagungsbescheinigungen noch durch Freistellungsaufträge steuerfrei gestellt sind, pauschal fünfundzwanzig Prozent Abgeltungssteuer plus anteiligem Solidaritätszuschlag und - das ist neu - voraussichtlich ab 2011 je nach Bundesland acht oder neun Prozent Kirchensteuer als Quellensteuer einbehalten und völlig anonym an die Finanzverwaltung weitergeleitet. Damit sind diese Einnahmen abgegolten und bleiben bei der Einkommensteuererklärung außen vor. Ausländische Kapitalerträge unterliegen ebenfalls der Pauschale, müssen aber mangels Quellensteuerabzug eigens in der Steuererklärung angegeben werden.

Auch für die Veranlagungszeiträume ab 2009 gibt es einen neuen Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 Euro. Dieser unterscheidet sich jedoch von der ursprünglichen Kombination aus Werbungskostenpauschale und Sparerfreibetrag dadurch, daß jeder weitere Werbungskostenabzug vollständig ausgeschlossen ist.

Zur Vereinfachung des Steuerabzugs entfällt das Halbeinkünfteverfahren für Dividenden ersatzlos; durch den pauschalen Abschlag wird im Gegenzug der Kontenabruf der Finanzbehörden im Wesentlichen überflüssig.

Kleineren Einkommen mit einem Steuersatz von unter fünfundzwanzig Prozent bleibt es jedoch weiterhin freigestellt, auch zukünftig die Einnahmen aus Kapitalvermögen in der Steuererklärung zu deklarieren und auf diese Weise die Ausschüttung überzahlter Beträge zu bewirken.

Weitere Informationen zur Abgeltungssteuer auch beim » Bundesfinanzministerium.


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Börsen in Deutschland

Autor: Marc
abgelegt in: Finanzlexikon

Die größte und wichtigste Börse in Deutschland ist die Frankfurter Wertpapierbörse. In Frankfurt werden neben Aktien auch Optionsscheine, Zertifikate und andere Derivate gehandelt, sowie börsengehandelte Fonds, Anleihen und sonstige Wertpapiere. 98% des Aktienhandels in Deutschland entfällt auf die Frankfurter Börse, was deren Position und Wichtigkeit in der deutschen Börsenlandschaft unterstreicht. Die Frankfurter Börse wird betrieben von der Deutsche Börse AG.

Neben der Frankfurter Börse gibt es weitere, kleinere Börsen in Deutschland, welche sich zum Teil auf ein spezielles Segment des Kapitalmarktes spezialisiert haben. Nach der Frankfurter Börse ist hier die Börse Stuttgart (EUWAX) zu nennen, welche im Handel mit Derivaten (also Optionsscheinen und Zertifikaten) die Marktführerschaft in Deutschland innehat. Die Frankfurter Börse ist jedoch bestrebt, Marktanteile im Bereich der Derivate zurückzugewinnen. Im Zuge dieses Wettbewerbes gründete die Deutsche Börse AG den Derivate-Dienstleister Scoach und bietet inzwischen die gleichen Handelsmöglichkeiten in Bezug auf Derivate wie die Stuttgarter Börse.

Die Hamburger Börse ist auf den Zweitmarkt für offene und geschlossene Investmentfonds spezialisiert und besitzt keinen klassischen Parketthandel mehr. Zudem betätigen sich einige Immobiliengesellschaften an der Hamburger Börse.

Die Börse München ist unter anderem die Heimatbörse für BMW, Allianz, Münchener Rück und Siemens, spielt jedoch in der deutschen Börsenlandschaft eine untergeordnete Rolle. Die Münchener Börse versteht sich vor allem als Kapitalmarktplattform für mittelständische Unternehmen und bietet mit dem Marktsegment M:access eine Plattform für Neuemissionen im geregelten und amtlichen Markt.

Die Börsen von Berlin und Bremen fusionierten im Jahr 2003, bis die Bremer Börse 2005 von der Swiss Exchange übernommen wurde. Im Juni 2007 wurde schließlich die Fusion mit der Börse Berlin wieder getrennt, beide Börsen haben ihre Relevanz für die deutsche Börsenlandschaft verloren.


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Geldanlage Aktien

Autor: Marc
abgelegt in: Finanzlexikon

Wissenswertes über Geldanlage in Aktien

Vorteile

· In der Regel täglich an der Börse handelbar
· Aktionäre werden direkt am Unternehmen beteiligt
· Gewinne durch Kurssteigerung und Dividenden
· Kursgewinne sind innerhalb der Spekulationsfrist (noch!) steuerfrei
· Dividenden werden (noch!) nur zu 50% versteuert

Nachteile

· Möglich sind starke Kursschwankungen bzw. Kurseinbrüche
· Totalverlust ist nie absolut auszuschliessen

Aktiengattungen

Nach unterschiedlichen Kriterien betrachtet, gibt es mehrere Aktiengattungen.

Inhaber von „Stammaktien“ haben Stimmrechte (bei Hauptversammlungen), Inhaber von „Vorzugsaktien“ haben keine Stimmrechte, bekommen allerdings üblicherweise eine höhere Gewinnbeteiligung (Dividende).

Die „Namensaktien“ gehören dem Aktionär, dessen Name im Aktienregister der AG eingetragen ist, daher schwer übertragbar. Die „Inhaberaktien“ dagegen gehören demjenigen, der sie besitzt, daher übertragbar.

Nur nach Zustimmung der Aktiengesellschaft übertragbare Namensaktien werden „Vinkulierte Namensaktien“ genannt.

Die „Nennwertaktien“ haben den Wert, der durch Aufteilen des Grundkapitals der Aktiengesellschaft durch die Anzahl Aktien ermittelt wird. Die „Stückaktien“ dagegen haben keinen Nennwert, werden als Anteil des Grundkapitals der Aktiengesellschaft dargestellt, sind daher gleichwertig.

Bei einer Kapitalerhöhung ausgegebene Aktien werden „Junge Aktien“ genannt, um von den „Alten Aktien“ unterschieden zu werden.

Die Geschichte der Aktie

Die Geschichte der heutigen Aktiengesellschaft ist lang. Bereits im alten Rom sollen Finanzierungsmodell und Beteiligungsidee gelebt worden sein.

Als erste AG-ähnliche Gesellschaft gilt die 1407 gegründete “Banca di San Georgio” in Genua, welche erstmalig als Diskont bzw. Zettelbank fungiert. Sie rühmt sich, die ersten Obligationen ausgegeben und gute 7% Gewinnbeteiligung ausgeschüttet zu haben.

Die erste Börse wird vor knapp 500 Jahren in Brügge gegründet, als erste internationale Börse gilt die 1460 gegründete Antwerpener Börse. Knapp 100 Jahre später wird die Nürnberger Börse (1540) gegründet, gefolgt von der Frankfurter Börse (1585).


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