Ein Akt der wirtschaftlichen Emanzipation? Bestimmt.
Eine schallende Ohrfeige für die Lateinamerika-Politik der USA? Auch das.
Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ecuador, Paraguay, Uruguay und Venezuela gründen die “Bank des Südens” (Banco del Sur). Die neue Entwicklungsbank soll die Wirtschaft Lateinamerikas stärken - ohne politische oder wirtschaftliche Auflagen. Damit befreien die lateinamerikanischen Sieben sich von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfond (IWF), deren Kreditpraxis als unangemessene politische Einmischung empfunden wird. Die Kredite der “Bank des Südens” sollen in erster Linie dem Straßenbau, karitativen Einrichtungen und der Bekämpfung der Armut im Allgemeinen dienen. Ob das Startkapital von etwa sieben Milliarden Dollar - größte Finanzspritzen geben Brasilien und Venezuela - dazu ausreicht? Die Kreditvergabe, war vorab zu hören, soll sich im Großen und Ganzen an der anderer Weltbanken orientieren.
Die Gründungszeremonie wurde am Wochenende vom argentinischen Präsidenten Kirchner geleitet; schillerndster Redner war aber, einmal mehr, der venezuelanische Präsident Hugo Chavez. Er nutzte die Veranstaltung, um die Weltbank, den Internationalen Währungsfond und, natürlich, die USA scharf anzugreifen. Die Bank des Südes biete erstmals eine faire Kreditquelle für Lateinamerika. Der Internationale Währungsfond, so Chavez, habe der Region nur “Hunger, Unglück, Armut und Gewalt” gebracht. Das ist polemisch formuliert, aber vielleicht ist ein Fünkchen Wahrheit dran.
Weder Weltbank, noch IWF betrachten die Bank des Südens als Konkurrent; sie wird gar als positive Initiative zu mehr wirtschaftlicher Zusammenarbeit auf dem südamerikanischen Kontinent betrachtet. Bleibt abzuwarten, wie die “Banco del Sur” sich entwickelt.
Der Dollar befindet sich im freien Fall, der Ölpreis steigt; seit ein paar Wochen weht das Gespenst einer weltweiten Wirtschaftskrise durch die Wirtschaftsblätter - höchste Zeit also, sich über kursunabhängige Investitionen Gedanken zu machen.
Und in der Hinsicht sind Immobilien über jeden Zweifel erhaben. Zwar schwören manche seit Neuestem wieder auf Kunst als Langzeit-Investition, aber das ist ein kleiner, unberechenbarer und exklusiver Markt. Zur Existenzsicherung taugt er schon gar nicht. Werfen wir einen Blick auf den deutschen Immobilienmarkt: Was sind im Augenblick die Tops, was die Flops?
Tops
Der Immobilienmarkt in Deutschland weist - soweit nichts Neues - ein starkes Nord-Süd-, sowie ein leichtes Ost-West-Gefälle auf. Die größte Region, die schon seit Jahren einen konstanten Wertzuwachs verzeichnen kann, ist München mit Umland bis Rosenheim. Begehrt sind auch attraktive Lagen in der Rhein-Main-Region rund um den Wirtschaftsstandort Frankfurt am Main. Besonders der Vortaunus um den Ort Königstein verzeichnet konstante Wertzuwächse; außerdem werden Immobilien im südlichen Rheinland-Pfalz, im Rheingau und in Franken langsam teurer. Im Norden der Republik können nur die Großstädte nennenswerten Wertezuwachs verzeichnen, besonders Berlin, Hannover und Hamburg.
Flops
“Flop” soll in diesem Zusammenhang nicht abwertend sein, sondern lediglich eine statische (oder negative) Wertentwicklung bezeichnen. Dies sagt nichts über den tatsächlichen Wert der Immobilie aus, sondern nur über die Tendenz desselben. Natürlich können sinkende Preise einen Markt für Käufer interessant machen. Mit starken Wertverlusten haben weite Gebiete im Norden Thüringens und im Osten Sachsen-Anhalts zu rechnen. Auch die Städte Dessau und Brandenburg werden für Investoren billiger. Experten rechnen mit leicht rückläufigen Immobilienpreisen in der ganzen oberen Hälfte des geographischen Deutschland. Der untere Teil bleibt weitgehend konstant, nur das Saarland muss leichte Wertverluste hinnehmen.
Wann kaufen?
Wer mit dem Gedanken spielt, ein Haus zu kaufen, sollte sich besser beeilen - zurzeit ist Deutschland, was Immobilienpreise betrifft, europaweites Schlusslicht. Das war noch vor zehn Jahren ganz anders: Kurz nach der Wende waren Grundstücke und Häuser in der Bundesrepublik sogar besonders teuer; momentan führen Großbritannien, Irland und Liechtenstein die Rangliste an.
Warum ist Deutschland derzeit so billig?
Ist es gar nicht - die anderen sind bloß ein bisschen zu teuer. Besonders für den irischen Immobilienmarkt rechnet man schon seit Längerem mit einem Platzen der “Blase”: Auf der Insel sind zurzeit baufällige Cottages teurer als Neubauten … Es kann also keine Rede davon sein, dass deutsche Immobilien qualitativ schlechter dastünden. Aus verschiedenen Gründen ist in Deutschland keine “Blase” entstanden - und wird auch nicht platzen. Das ist alles.